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aktualisiert am 23.02.2010

Gebirgsschützenkompanie Garmisch

Chronik Teil I Anfang - 1809

Von 1809 - 1919

Chronik Teil III Von 1919 - Heute

Aus dem Jahre 1831 liegt ein Schreiben vom Landgericht Werdenfels an die königliche Regierung vor, die über eine Musterung der Gebirgsschützen in Werdenfels berichtet.

Garmisch am 11. März 1831

Bericht des b. Landgerichts Werdenfels betreff Die Reorganisation des Gebirgs-Schützenwesens im oberbayrischen Gebirgslande

Königliche Regierung
von Oberbayern
Kammer des Inneren

Hoher Entschließung vom 14. präs. 15. vorigen Monats zu Folge, wird gehorsamt berichtet, dass man in
Berücksichtigung der Werdenfels'schen Verhältnisse sich besorgend dahin äußern dürfen glaubte, dass durch
Errichtung von Gebirgsschützen-Compagnien und Gestattung des Eintrittes von ledigen Individuen in denselben
die ohnedies übergrosse Schießlust der ungen Leute noch ärger gemacht und somit die jetzt größtenteils nur diese
jüngere Bevölkerung in den K. (königlichen) Leibgehegen und Revierjagden, - wenn jene bewaffnet - geübt wird -
nur noch stärker bedroht erscheinen und in kurzer Zeit ganz zu Grunde gerichtet sein dürften und an diese (königl.)
Jagden bisher nur durch strenge polizeiliche Vorkehrung dund durch den möglichst beschränkten Besitzt von
Gewehren gegen beständige Angriffe geschützt werden können. Es steht im Interesse des allerhöchsten Jagd-Areas !
Wie weit die Verarmung des Gerichtsbezirkes der Bildung dieser Compagnien entgegentritt, indem nur die wenigsten
die zur Anschaffung von Uniformen und Waffen erforderlichen Mittel besitzen, welch weiteren Einfluß sie bei dem
Umstande der Errichtung von Schießstätten an Wirtshäusern auf die Theilnahme äussern kann wie die Sortierung
gut beleumundeter lediger Burschen von den übelbeleumundeten durchzuführen sei und welche Folgen eine solche Sortierung oder Partheiung hervorrufen wird, ob die Waffen in den Händen derjenigen auch sicher seien welche
durch verschiedene Art in den jüngeren Zeiten ihre Gesinnung an den Tag legten. - Theilweise selbst durch Militär-executionen zur Ordnung gewiesen werden musste.

Stell in Ehrfurcht

Und unterstellt die Entscheidung einem höheren und weiserem Ermessen können diese Besorgnisse und Bedenken
entfernt werden, so dass sich folgende Compagnien teilen lassen können, von denen jede ein Stärke von 100 Mann
haben würde.

I. Compagnie Garmisch

mit den Ortschaften
Garmisch zu 70 Mann
Obergrainau zu 15 Mann
Untergrainau zu 15 Mann

II. Compagnie Partenkirchen
bestehend aus
Partenkirchen zu 64 Mann
Farchant zu 10 Mann
Wamberg zu 6 Mann
Oberau zu 10 Mann

III. Compagnie Mittenwald
bestehend aus
Mittenwald zu 80 Mann
Krün zu 10 Mann
Wallgau zu 10 Mann

IV. Compagnie Oberammergau
bestehend aus
Oberammergau zu 60 Mann
Unterammergau zu 30 Mann
Ettal 10 Mann

V. Compagnie Eschenlohe
bestehend aus
Eschenlohe zu 50 Mann
Schwaigen zu 14 Mann
Ohlstadt zu 36 Mann

Welche als in den Vorbergen und Gebirgsthälern wohnhaft, sämtliche aus Gebirgsschützen zu bestehen hätten

In Mittenwald, Partenkirchen und Garmisch bestehen bereits Schießstätten, welche de treffenden Compagnien zum Scheibenschießen gegen eine Entschädigung von 12 Fl. (Gulden) jährlich von den Privatschützen-Gesellschaften zu Benützung überlassen sind. Neu zu errichten wären insg. Nur Schießstätten in Oberammergau und Eschenlohe mit einem Aufwand von je 500 Fl. Die Entlegenheit der Orte von einander und von obigen Compagnie-Sitzen würde die Errichtung eigener Schießstätten für unumgänglich machen.Von den Wirthen, welche dadurch allerdings den meisten Vortheil haben würden und ihre Beiträge hierzu zu hoffen oder doch nur so unbedeutend dass sie kaum in Anschlag gebracht werden können.

In höchster Ehrfurcht verharrend

Einer

Hohen b. b. Regierung

Es war am 4. Oktober 1835 als sich die Gebirgsschützenkompanien des Werdenfelser Landes am Oktoberfestzug
in München beteiligten. Sie erregten das Wohlgefallen König Ludwig I. und er drückte den Wunsch aus,
dass alles aufgeboten werde, diese wichtige Institution im bayerischen Hochland zu erhalten"

1836 erließ König Ludwig I eine Gebirgsschützenordnung für Garmisch, Partenkirchen und Mittenwald

Erst im Jahr 1848 mit seiner revolutionären Bewegung befahl Herzog Maximilian in Bayern die Mobilisierung der  Gebirgsschützenkompanien.Wie die Gebirgsschützenkompanien mit dem Königshaus befreundet waren, zeigt ein
Brief Herzog Maximilians aus dem Jahre 1848.

Wie bei so manch anderen Gebirgsschützenkompanien des Oberlandes, wurde wenn die Kriegsgefahr vorüber war,
auch die Kompanie Garmisch aufgelöst, denn sie wurde ja nicht mehr gebraucht. Jedoch die Bereitschaft in
Notzeiten, die Heimat zu verteidigen war damit keineswegs erloschen. Man denke nur an jene mutigen Männer  der Volkswehr, die 1919 am Lahnewiesbach (heute Ortsteil Burgrain) unter der Führung von Josef Dillis, das
Eindringen einer Spartakistentruppe von ca. 70 Mann mit Automobilen und Maschinengewehren, nach einem
heftigen Feuergefecht, bei dem es Tote und Verwundete gab, erfolgreich abwehren konnten. Ebenso das Freikorps Werdenfels mit ungefährer 300 Mann unter Hauptmann Völk, das in München dann bayerischen, württem-
bergischen und preußischen Truppenteilen zu Hilfe kamen und damit dazu beitrugen die Spartakistenherrschaft
endgültig zu brechen.

Was die Uniformierung beziehungsweise die Schützenmontur betrifft, sowie die alte Schützenfahne, so wurden
diese weiterhin von der ,,Loisachtaler Schützengesellschaft" bei festlichen Anlässen getragen, so dass diese Relikte
niemals in Vergessenheit gerieten.

Chronik III Von 1919 - Heute