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aktualisiert am 23.02.2010

Gebirgsschützenkompanie Garmisch

Von 1919 - Heute

D'Loisachtaler Schützengesellschaft

Die historische Standarte wurde von der Gebirgsschützenkompanie 1952 übernommen.

2.v.r. der erste Hauptmann der GSK Karl Neff

Wiedergründung der Kompanie

Als im Jahre 1952 die Fertigstellung und damit auch die Einweihung der Kriegergedächtniskapelle am Kramerplateau näher rückte,  wollte man anlässlich dieser Feier, und zu Ehren der im Weltkrieg gefallenen Heimatsöhne, einen Ehrensalut schießen lassen. Da der Veteranenverein von Garmisch, der früher zu solchen Anlässen Salut geschossen hatte, von der Besatzungsmacht noch nicht wieder zugelassen war, kam der damalige 2. Bürgermeister und Vorstand des Volkstrachtenvereins Garmisch, Alois Maderspacher, unter dem ja auch die Kapelle erbaut wurde, auf den Vorschlag, eine Schützenkompanie zu gründen.

Überall in den oberbayerischen Gebirgsorten, in denen früher Gebirgsschützenkompanien bestanden hatte, wurden in diesen Jahren Kompanien wieder gegründet, und diese schlossen sich 1951 zum Bund Bayrischer Gebirgsschützenkompanien zusammen, zu deren ersten Landeshauptmann Josef Bachmayer aus Rottach-Egern gewählt wurde.

Im Gasthof ,,Bayrischer Hof" beim Stumpfer Toni, wurde dann der Gedanke in die Tat umgesetzt, und die  Gebirgsschützenkompanien Garmisch wieder gegründet. Denn nach den Satzungen des Bundes Bayrischer Gebirgsschützenkompanien, dürfen nur solche Orte eine Kompanie gründen, an denen vor 1810 eine Solche  bestanden hatte.

Von einem Stoffhausierer, wie sie zu dieser Zeit durch die Orte zogen, besorgte damals Frau Maria Maderspacher den Stoff für die ersten Schützenjoppen. Und Schneidermeister Ketzler schnitt diese nach einem alten Muster, in drei Größen zu. Ketzler, Alois Bader; Stonas, Andreas Simon; Schnagglschneider und Hans Völkl fertigten dann die Joppen an. Säcklermeister Thomas Hutter stiftete der Kompanie unentgeltlich die roten Hosenträger. Und die Stopselhüte machte Matthias Maurer; Schöpfnhuatara. Brauereibesitzer Gustav Röhrl, der auch dem Stammtisch im ,,Bayerischen Hof' angehörte versprach bei einem Zustandekommen der Schützenkompanie, immer bei den örtlichen Ausrückungen, sei  es an Fronleichnam oder zur Kriegergedächtniskapelle ein Fass Bier für die Schützen zu stiften. Und dieses Versprechen hielt er dann auch ein. Bereits beim feierlichen Geleit der Antoniusglocke für die Kriegergedächtniskapelle, rückten 33 Schützen unter dem ersten Hauptmann, Karl Neff, aus.

 Jedoch als offizieller Gründungstag gilt der 21. September 1952. Also der Tag der Einweihung der Kapelle durch H.H. Geistlichen Rat Josef Bittl. An diesem Tag wurde auch der erste Ehrensalut nach dem 2. Weltkrieg in Bayern, zur Ehre der gefallenen Heimatsöhne abgefeuert.

Bild oben:Karl Neff
Der erste Hauptmann der wiedergegründeten  Kompanie

Bild unten: Die erste Salve in Bayern nach dem Weltkrieg

Es folgte eine Zeit voller Aktivitäten der neuen Kompanie. Seien es Aufmärsche und Veranstaltungen zu kirchlichen und weltlichen Anlässen. So zum Beispiel schon 1953 anlässlich der Rückkehr von Kronprinz Rupprecht nach Schloss Nymphenburg und 1954 zu seinem 85. Geburtstag nach Leutstetten. Eine Abordnung mit Fahne nahm Teil beim Staatsbesuch der Königin Elisabeth von England in München am 21. Mai 1965 teil.Ebenso das große Landestreffen der Schützenkompanien aus Südtirol, Tirol und Bayern 1965 in Garmisch, mit ca. 5000 Teilnehmern, Patronatstage,  Oktoberfestzüge und Bataillonsfeste von denen die Kompanie Garmisch mit der Durchführung in den Jahren 1972, 1980 und 1992 beauftragt wurde. Das Alpenregionsfest der Schützen wurde 1986 in Garmisch durchgeführt.

Es ist weiteres noch in erwähnen - Der 60. Geburtstag von Kardinal Ratzinger in Rom, verbunden mit einer Audienz beim Hl. Vater, das große Alpenregionsfest in Garmisch, die Trauerfeierlichkeiten für Ministerpräsident Franz Josef Strauß in München, der große Zapfenstreich 1965 und 1986 und beim Bundesmusikfest sowie einer Reihe von Staatsbesuchen und Veranstaltungen verschiedenster Art bei denen unsere Fahne vertreten war. Hervorzuheben ist noch der Staatsbesuch des japanischen Kaisers Hirohito am 17. September 1993 in München bei dem die Kompanie Garmisch mit Musikkapelle und Trommlerzug die Ehrenkompanie stellte.

 

Bild oben: 1987 Papstaudienz

Bild rechts: 1993 Empfang für den japanischen Kaiser in München

Einen eigenen Trommlerzug hatte die Kompanie von 1964 bis in die 80er Jahre. Unser Salutzug  rückte nicht nur bei unseren  eigenen Veranstaltungen aus. Auch bei den Bataillonsfesten der anderen Kompanien des Bataillons und zuletzt beim 60. Geburtstag von Ministerpräsident Max Streibl in Oberammergau feuerten die Garmischer Salutschützen  eine Ehrensalve ab. Durch den Bau des Regenrückhaltebeckens im Wittelsbacher Park musste die alte Parkhütte abgebrochen werden. Beim Neubau der Parkhütte des Volkstrachtenvereins Garmisch 1988/89 beteiligte sich  auch die Kompanie und so konnte sie einen eigenen Luftgewehrstand errichten in dem nun die monatlichen Übungsschießen und natürlich das alljährliche Kompanie- und Königsschießen durchgeführt wird. Dass dieses  Bauvorhaben verwirklicht werden konnte, ist nur der einmalig guten Zusammenarbeit mit dem Volkstrachtenverein Garmisch zu verdanken.

Im Jahre 1999 wurde die neue Standarte der Kompanie feierlich geweiht. Die von dem Mittenwalder Künstler Pfeffer  gestaltete, auf einem Leinentuch gemalte Standarte wurde vom Säcklermeister Thomas Hutter mit Leder eingefasst. Die Fahnenstange die nun zerlegbar war wurde vom Schlossermeister Hans Aberl gefertigt. Die alte Standarte hatte im Laufe der Jahre stark gelitten und sollte durch eine der alten Tradition entsprechenden „Neuen" abgelöst werden. Dabei hielt man sich an die einzigartige Form der im Besitz  der Kompanie drei befindlichen „alten Fahnen"